Über den stillen, heiligen Kampf um unser Bewusstsein
Kurz & kompakt
Wenn du gerade keine Zeit für den ausführlichen Text hast, hier die Essenz.
Das Kostbarste, was du besitzt, ist dein Bewusstsein. Die entscheidende Schlacht unserer Zeit sind nicht Kriege, Klima oder der Kampf um Ressourcen. Es ist das Ringen äußerer und innerer Kräfte um unser Bewusstsein.
Wir können hellwach funktionieren und dabei in unseren Rollen, Glaubenssätzen und Routinen tief schlafen. Erwachen beginnt mit der Bereitschaft, das Wunder unseres Bewusstseins zu ehren und immer weiter zu erforschen. Entscheidend ist, dass wir das Erkannte tatsächlich leben: in unseren Beziehungen, unseren Entscheidungen und unserem Mitgefühl mit anderen Wesen. Diese Möglichkeit steht jedem Menschen offen, ob religiös, spirituell oder atheistisch.
Dafür braucht es Sehnsucht nach Wahrheit, einen gesammelten Geist, eine verbindliche Praxis und den Mut, die eigenen Vorstellungen radikal zu hinterfragen und auch der eigenen Dunkelheit zu begegnen.
Die Krisen unserer Zeit und die Entwicklung künstlicher Intelligenz sind ein Weckruf, uns persönlich und kollektiv auf die existenziellen Fragen des Lebens zu konzentrieren. Aus dieser Überzeugung ist ERWACHEN entstanden, meine tiefgreifendste und radikalste Ausbildung.
Nutze die kostbare Chance deines Lebens, um zu erwachen.
Hier geht es zur Ausbildung. (LINK)
Ausführlich
Hallo, Mensch.
Beginnen wir mit einer einfachen Frage:
Bist du gerade wach?
Und was genau bedeutet Wachheit für dich?

Körperlich wach zu sein oder innerlich unter Strom zu stehen, sagt noch wenig darüber aus, wie bewusst wir diesen Moment leben. Wir können den ganzen Tag lang hoch erregt funktionieren und dabei kaum wahrnehmen, was in uns geschieht. Wir können neunmalklug über Liebe oder Erleuchtung sprechen und dabei doch voll pennen. Intellektuell viel zu wissen, sagt wenig darüber aus, wie viel wir wirklich erkannt haben.
Was von dem, was wir jeden Tag ausagieren, ist abgespultes Muster und was ist lebendige Wahrhaftigkeit?
Ich möchte dich mit diesem Text für das Wunder deines Bewusstseins begeistern.
Bis heute existiert keine allgemeingültige Definition von Bewusstsein. Doch wir alle haben es. Die Frage ist: Nutzen wir es auch? Und wenn ja, wie bewusst?

Wir können mit unserem Bewusstsein himmelstürmende Fragen stellen oder uns mit Selbstzweifeln vergiften, neue Welten kreieren oder die alten jeden Tag etwas mehr zementieren. Wir können jetzt, in diesem Moment, uralte Wunden heilen oder neues, sinnloses Leid erzeugen. Wir können es den Algorithmen der sozialen Medien oder dem Unterhaltungssog von Netflix überlassen. Oder staunen und es nutzen, um die Mysterien dieses Universums zu erforschen.
Sind dir diese Überlegungen sch…egal oder spürst du auch diese namenlose, intensive Sehnsucht, den Ozean deines Bewusstseins immer weiter auszuloten und zu hüten?
Bist du bereit, in dem Wunder deines Bewusstseins noch mehr zu erwachen?
Der große Schlaf
Stell dir vor, du wachst eines Morgens in einem riesigen Labyrinth auf. Du weißt nicht, woher du kommst, und du kennst die Regeln nicht. Doch du hast Eltern und Lehrer:innen, die dir beibringen, was die Regeln des Spiels sind und wie du am bequemsten und sichersten durchkommst. Also machst du dich auf. Du lärmst, du ackerst, du kämpfst, du liebst und du leidest in dem Labyrinth. Doch du stellst niemals seine Regeln und seine Mauern in Frage. Denn alle anderen leben ja auch so. Und dann, mitten in einer tiefen Krise oder auf dem Höhepunkt deines Erfolgs, schleicht sich ein Gefühl ein. Eine noch namenlose Erinnerung. Die Ahnung, dass alles, was du bisher erlebt hast, nicht alles ist. Dass du das Labyrinth träumst und dass es Zeit ist zu erwachen.

In vielen alten spirituellen Traditionen existiert die Metapher vom Großen Schlaf. Die Mystiker:innen aller Zeiten meinten damit das Leben auf Autopilot, in einer Version der „Wirklichkeit“, die wir von klein auf so selbstverständlich übernommen haben, dass wir sie später kaum noch in Frage stellen.
Du hast als Kind gelernt, dich in dieser Welt zurechtzufinden, zu denken und zu sprechen. Doch Sprache ist mehr als Verständigung. Sie ist der Programmiercode deiner Realität.
Deine Eltern und andere Autoritäten haben dir über Sprache Vorstellungen von richtig und falsch übermittelt, Weltbilder, Regeln, Rollen, Werte. Und du selbst hast in den ersten Jahren über Sprache ein Bild von deinem Körper, deiner Persönlichkeit und deinem Platz unter anderen Menschen erschaffen.
So entsteht nach und nach das Ego, ein vertrautes, einstudiertes Programm von Denk-, Fühl- und Verhaltensmustern.
Mein Verständnis von Erwachen steht nicht auf Kriegsfuß mit dem Ego. Ein hinreichend stabiles Ich hilft uns, in dem Labyrinth der Welt zurechtzukommen. Ein gesundes Ego ist unsere Start- und Landebahn für die Exkursionen in ein ungeheuer großes und komplexes Universum. Dafür verdient es unseren Respekt.
Doch du bist nicht dein Ego. Du bist so viel mehr.
Ohne die Sehnsucht und die Praxis des Erwachens läufst du Gefahr, dein anerzogenes Selbstbild für deine ganze Wahrheit zu halten. Deine Vorstellungen von dir selbst und der Welt werden zu einem unsichtbaren, aber umso mächtigeren geistigen Gefängnis.
Die meisten Erwachsenen richten sich innerhalb seiner Wände ein und versuchen ihr Leben lang, dieses kleine Territorium zu schützen und zu optimieren. Doch egal, wie viele Annehmlichkeiten dir deine Zelle bietet, sie erfüllen dich nicht auf Dauer.
Denn du träumst einen sehr begrenzten Traum, und etwas Tieferes in dir sucht den Ausgang.
Solange du diese Sehnsucht nicht verstehst, versuchst du, sie durch „mehr“ innerhalb des Traums zu erfüllen. Mehr Erfolg. Mehr Macht. Mehr Anerkennung. Mehr Kicks. Bis dir endlich dämmert, dass dich nichts in dieser Welt wirklich erfüllen wird, weil ein Teil von dir außerhalb von ihr existiert.
Und plötzlich bekommt die Sehnsucht einen Namen. Du willst mitten im Spiel erwachen.

Die Suche nach dem Lichtschalter
Als junger Erwachsener empfand ich häufig einen unbefriedigten seelischen Durst. Vieles von dem, was mich begeistern sollte, langweilte oder frustrierte mich sehr schnell. Ich fühlte mich oft innerlich allein, wie auf dem falschen Planeten ausgesetzt. Ich glaubte, mit mir stimmt etwas nicht. Und ich litt, weil ich nicht wusste, welche Frage ich mir stellen sollte.
Als ich das erste Mal durch Hesse, Yogananda und Rumi auf sehr verschiedene Weise von der Möglichkeit des Erwachens las, war dies pures Labsal für meine Seele. Ich verstand zum ersten Mal, was ich suchte.
Seitdem sind fast 40 Jahre vergangen, und ich befinde mich immer noch auf dieser Abenteuerreise in das unbekannte Land.

Lange habe ich dabei nach dem einen Lichtschalter gesucht. Nach der einen Erkenntnis oder dem Durchbruch, nach dem endlich alles klar und erlöst sein würde. Licht an. Alles verstanden. Frieden für immer.
Wenn ich zurückblicke, muss ich über mich selbst schmunzeln. Immer wieder dachte ich, diesen Schalter gefunden zu haben. Bis mich die Realität meiner nahen Beziehungen und die Reifetests meines Alltags einholten oder mir das Leben den Boden meiner Selbstsicherheit wegzog und sich darunter eine weitere Dimension der Wahrheit öffnete.
Der Prozess des Erwachens kann uns ekstatische, befreiende, erfüllende Momente bescheren. Doch manchmal, wenn die Schale unseres bisherigen Selbstverständnisses bricht, ist dies auch mit heftigen Krisen verbunden, mit Angst, Schmerz und Ohnmacht. Einer meiner spirituellen Lehrer sagte:
„Das Universum arbeitet manchmal mit dem süßen Nektar seiner Mutterbrust und manchmal mit dem Schwert.“
Ein besonders hartes Erwachen erlebte ich in meinem Burnout vor drei Jahren. Ich war nicht nur physisch ausgebrannt. Ich musste erkennen, dass ich in meinen fest etablierten und weltlich sehr erfolgreichen Rollen eingeschlafen war: als Bewusstseinslehrer, Coach, Ausbilder von Coaches und Bestsellerautor. Doch nicht nur mein Selbstbild wurde damals erschüttert, sondern auch mein Bild von der Welt, mein naiv-optimistisches Verständnis vom Entwicklungszustand der Menschheit. Dieser Häutungsprozess dauerte viele Monate, verbunden mit Schmerz, Trauer, Kontrollverlust und Nichtwissen.
Wenn die alten Sufis schreiben: „Um neu geboren zu werden, muss dein altes Ich sterben“, verführt uns das vielleicht zu einem euphorischen Gebet: „O ja, ich bitte auch. Ich will es wirklich wissen.“
Wenn das Gebet dann irgendwann beantwortet wird (meist nicht so, wie wir es wollen, sondern wie wir es brauchen), haben wir vergessen, dass wir darum gebeten hatten.
Ich möchte diese Zeit dennoch nicht missen. Was mir dadurch geschenkt wurde, ist für mich immens kostbar.
Natürlich habe ich auf dem Weg auch spirituelle Peak-Erfahrungen erlebt, erfüllende Einblicke in die Wahrheit hinter dem Vorhang des Bekannten, und weiß, wie wissend (erwacht) man sich danach fühlt.
Doch ich schreibe hier auch als ein unvollkommener Mensch, der immer wieder strauchelt und einschläft: in Routinen, in Rollen, in der eigenen Arroganz oder in besonders schillernden spirituellen Konzepten.
Die Möglichkeit, tiefer zu erwachen, und die Gefahr, wieder einzuschlafen, bestehen bis zu unserem letzten Atemzug.
Deshalb ist Erwachen für mich kein Freizeitsport, sondern das ernsthafteste Unterfangen, das ein Mensch für sein Leben wählen kann.
Die schlafenden Erwachten
Erwachen ist ein wunderschönes Wort. So einfach. Und so kraftvoll. Dennoch habe ich es lange Zeit in meiner Arbeit bewusst nicht benutzt. Denn es eignet sich erschreckend gut dazu, einzuschlafen und sich über andere Menschen zu stellen.
In spirituellen Szenen begegnet uns oft die Vorstellung eines endgültigen Zustands: „Ich bin erwacht. Ich habe durchschaut, was die anderen noch nicht verstehen.“ Eine erleuchtende Erfahrung wird (wenn wir nicht aufpassen) zum Beweis der eigenen Unfehlbarkeit. Oder wir projizieren unsere Sehnsucht auf den „wahrhaft erwachten“ Guru. Natürlich gibt es Menschen, die mehr Einblick in Realität und Bewusstsein hatten als wir bis jetzt. Doch werde hellhörig, wenn sich dir jemand als erwacht präsentiert, sei es über seine eigenen Worte oder durch die kultivierte Verehrung seiner Jünger:innen. Mein Tipp: Geh so nah wie möglich heran und beobachte, wie die „Erwachten“ mit Geld, Macht und Sex umgehen.
Auch in gesellschaftspolitischen Diskussionen gibt es die „Erwachten“. Menschen, die sich auf das Bild der Matrix (aus dem gleichnamigen Film) berufen und erklären, sie hätten die „rote Pille“ geschluckt und durchschauten deshalb, wie alles wirklich zusammenhängt. Die Welt wird hier unterteilt in die Durchblickenden und die Schlafschafe.
Für mich beginnt Erwachen mit der Bereitschaft, demütig die Grenzen meiner Sinne und meines Verstandes zu akzeptieren und anzuerkennen, dass ich auf der kognitiven Ebene niemals, wirklich niemals die volle Wahrheit erfassen kann.
Eine Überzeugung wird nicht dadurch wahr, dass sie sich für mich wahr anfühlt oder ich sie in der Echokammer mit Gleichgesinnten verstärke.
Wann bist du das letzte Mal für eine deiner Überzeugungen in die „Schlacht“ gezogen, weil du „wusstest“, dass du recht hast?
Wie offen bist du noch für Sichtweisen, die deiner Lieblingsdeutung der Welt widersprechen?
Wer darf dich in Frage stellen?
Die wachsten Menschen, die mir begegnet sind, waren zugleich die leisesten, staunendsten und demütigsten.

Die Erleuchtung und der Weg
Ein Spruch aus dem Zen-Buddhismus sagt:
„Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen.“

Ja, Erwachen kann sich plötzlich ereignen. In Meditation. Auf der Parkbank. In einer dunklen Nacht der Seele. Plötzlich ist da eine ekstatische Stille. Ein grenzenloses ICH BIN oder die Erfahrung von Einheit mit allem. Während dieser spontanen Erleuchtung ist alles klar. Bis wir versuchen, es in Worte zu fassen. Bis uns unser Alltag lehrt, dass ein Blick hinter den Vorhang etwas anderes ist als die Verkörperung dieses Wissens. Es gibt viele kleine und große Arschlöcher, die sich für erleuchtet halten, weil sie mal eine Peak-Erfahrung hatten. Manchmal entdecken wir sie im Spiegel. 😉
Hafiz schrieb: „Einmal habe ich einen Funken der Wahrheit gesehen. Seitdem gehört ihr mein ganzes Leben.“
Erwachen ist eben nicht nur ein spektakulärer Blitz, sondern auch ein fortschreitender, manchmal mühsamer Prozess. Wir schulen unseren Geist darin, sich zu sammeln, feiner wahrzunehmen und weiter zu werden. Wir lösen uns immer wieder neu von unseren Gedanken und Emotionen und gewinnen Spielraum gegenüber gewohnten Reaktionen. Manchmal verlieren wir diese Freiheit wieder. Fuck it. Dann kommen wir wieder auf die Übungsmatte und beginnen erneut.
Zu einem integralen Verständnis von Erwachen gehört auch, andere Perspektiven einnehmen zu lernen: die meines Partners, einer Kollegin oder einer Bevölkerungsgruppe, deren Lebenswirklichkeit ich bisher nur aus der Ferne beurteilt habe. Will und kann ich verstehen lernen, wie die Welt aus diesem Blickwinkel aussieht? Deswegen fördert ein reifes Erwachen immer auch unser Mitgefühl mit anderen Wesen.
Erwachen hat für mich auch eine sehr konkrete Dimension.
Was habe ich erkannt, und lebe ich diese Wahrheit tatsächlich? Führe ich das Gespräch, vor dem ich Angst habe? Lebe ich meine Werte in meinen Beziehungen? Bin ich bereit, Fehler zuzugeben und Vergebung zu praktizieren? Wenn du wissen willst, wie erwacht du wirklich bist, beobachte dich im Umgang mit deinen Mitmenschen. Besonders mit denen, die dich nerven.
Achtung, das Kleingedruckte!
Wenn wir in Büchern über Heilige von Befreiungs- und Einheitserfahrungen lesen, rufen wir im naiven Überschwang eventuell selbst nach unserem Erwachen. Dabei überlesen wir häufig das Kleingedruckte.
Es heißt nicht umsonst Bewusstseinserweiterung.
Du wirst auf diesem Weg immer mehr Dimensionen und immer feinere Nuancen wahrnehmen. Das kann sich berauschend anfühlen und schmerzhaft. Denn du siehst die Schönheit mehr und den Dreck. Du siehst das Wahre im Menschen und die Lüge.
Bewusstseinserweiterung bedeutet auch, dass sich dein Herz für das Leid anderer immer mehr öffnet. Denn du realisierst, dass wir nicht nur alle Brüder und Schwestern auf dem Weg in die Freiheit sind. In der Tiefe ist es ein und dasselbe Bewusstsein, das um Erwachen ringt.
Ram Dass beschrieb es so treffend mit dem Satz:
„Wir alle begleiten uns auf dem Weg nach Hause.“
Wenn du süchtig nur nach den ekstatischen Momenten suchst, treibst du dein eigenes Wesen in eine leidvolle Spaltung. Wer nach Licht ruft, muss auch bereit sein, in der Dunkelheit nach ihm zu suchen.
Und dein inneres Erkennen muss sich in deinem konkreten Ausdruck in der Welt widerspiegeln. Denn in Wahrheit gibt es kein Innen und Außen.

Die Gnade des Erwachens
Vielleicht fragst du dich: Warum sollte ich mich dann überhaupt auf diese Reise begeben, wenn sie so beschwerlich sein kann? Gute Frage.
Ich glaube, niemand von uns hat da wirklich eine Wahl. Wenn es dich erwischt, wenn die Seele ruft, dann musst du dem Ruf folgen. Der junge Prinz Siddhartha musste ein ganzes Königreich des Überflusses loslassen und sich auf eine ungewisse, entbehrungsreiche Reise machen, um zu Buddha, dem Erwachten, zu werden.
Was auch immer du auf dieser Reise verlieren wirst, wird dich gleichzeitig über alle Maßen beschenken und befreien.
Es gibt einen Grund, warum viele Menschen ihren Moment des Erwachens als pure Gnade oder wie eine zweite Geburt beschreiben. Nichts, was dir die materielle Welt an Möglichkeiten bietet, kann dich auch nur annähernd so erfüllen wie der Kontakt mit deiner wahren Natur. Wenn du erwachst, verstehst du, was Franz von Assisi mit den Worten meinte:
„Das, was du suchst, ist das, was sucht.“
Du bist die Freude, die du in der Welt suchst. Du bist die Freiheit, die du in Reisen oder Geld suchst. Du bist die Liebe, die du in der Liebe deiner Mitmenschen suchst.
Erwachen offenbart dir, dass du kein bedürftiges, angreifbares Ego bist, sondern ein unverletzbares, freies, zutiefst großzügiges Wesen. Es lässt dich gelassener durchs Leben gehen, weil du dir selbst deine Geschichte nicht mehr glaubst, es lässt dich immer wieder neu staunen über das Wunder des Lebens, und es ermöglicht dir, immer öfter bedingungslos zu lieben. Wenn du im Laufe dieses Prozesses immer deutlicher erkennst, dass du viel mehr bist als deine Gedanken, deine Gefühle und dein Körper, kann das auch die Angst vor dem Sterben mildern.

Ein kurzes Innehalten
Damit dich das Thema nicht nur intellektuell berieselt, lass uns kurz für ein Experiment innehalten. Du kannst die folgende Übung beim Lesen ausprobieren, Satz für Satz, mit kleinen Pausen.
Lass deine Augen offen. Spüre, wo dein Körper den Stuhl oder deine Füße den Boden berühren. Dein Atem darf von selbst kommen und gehen.
Lass deinen Blick weich werden und bemerke auch den Raum um den Bildschirm. Farben, Licht, Formen …
Lausche den Geräuschen und benenne sie: „Ah, ein Auto … ein Vogelzwitschern …“
Bemerke nun deine Gedanken, ohne ihnen folgen zu müssen. Ein Kommentieren dieser Übung. Dinge, die du gleich noch erledigen willst …
Kannst du wahrnehmen, dass etwas in deinem Bewusstsein all das gerade wahrnimmt?
(Lass diese Frage kurz wirken.)
Geräusche sind da. Körperempfindungen sind da. Gedanken kommen und gehen. All das wird von dir bemerkt.
Etwas in dir ist offensichtlich größer als all das …
Kannst du Das wahrnehmen, auch wenn du es nicht lokalisieren kannst?
All das kommt und geht, stimmt’s? Aber Etwas bleibt.
Dieses Etwas hat dir schon dabei zugeschaut, als du als Kind im Buddelkasten gespielt hast. Dieses Etwas ist niemals gealtert und hat dir dabei zugeschaut, als du das erste Mal verliebt warst. Dieses Etwas schaut ruhig und liebevoll zu, wenn du gerade siegst oder leidest.
Vielleicht weißt du gerade genau, was ich meine. Vielleicht ist dir der Zugang jetzt gerade nicht möglich. Dann probier’s später noch einmal.
Tipp: Wenn du diese Perspektive weiter erforschen möchtest, habe ich am Ende dieses Artikels ein Geschenk für dich. Die geführte Theta-Meditation lädt dich ein, dich zu entspannen und die stillen Ebenen in dir zu erkunden.
Die Qualifikationen für unser Erwachen
Was braucht es, um zu erwachen?
Unsere Konsumkultur macht auch vor der psychospirituellen Szene nicht halt. Manchmal behandeln wir Erwachen wie etwas, das wir mal eben im Supermarkt erwerben könnten: „Ich besuche dieses Seminar, reise zum nächsten Guru oder konsumiere bewusstseinserweiternde Substanzen. Dann wird der Lichtschalter schon angehen.“
Wir wünschen uns Befreiung und hoffen, die Arbeit der Verkörperung überspringen zu können. Ohne Verständnis und Respekt vor dem Weg wird der Funke wieder erlöschen. Wir suchen dann den nächsten Kick oder Trick und irritieren so unsere natürliche Reifung.

Für eine ernsthafte Bewusstseinserweiterung solltest du folgende Qualifikationen mitbringen:
Erstens: eine starke Sehnsucht zu erwachen. Den ehrlichen, intensiven Wunsch, herauszufinden, wer du wirklich bist, und dem Erkannten in deinem Leben Raum zu geben.
Zweitens: die Bereitschaft, deinen Geist zu sammeln. Deine Aufmerksamkeit immer wieder zurückzuholen und bei etwas zu bleiben, damit Tiefenschärfe entsteht und du unter die Oberfläche deiner gewohnten Erklärungen schauen kannst.
Drittens: die Entscheidung, dich verbindlich auf einen Weg einzulassen. Zu üben, auch wenn die anfängliche Begeisterung leiser wird und gerade keine außergewöhnliche Erfahrung auf dich wartet.
Viertens: den Mut, deine eigenen Vorstellungen radikal zu hinterfragen und dich für die Phänomene zu öffnen, die dir auf diesem Weg begegnen. Für das Ekstatische und Lichtvolle ebenso wie für das Dunkle und Unbequeme.
Warum gerade jetzt
Ich komme jetzt mit diesem Thema, weil ich glaube, dass diese Zeit uns alle dazu drängt, tiefer zu erwachen.
Existenzielle Fragen werden angesichts der Multikrisen in den kommenden Jahren noch relevanter werden, im privaten Leben ebenso wie in Teams, Unternehmen und Institutionen.
Den Zugang zu deiner inneren Essenz zu finden und zu kultivieren, bietet eine starke Zuflucht in einer disruptiven und komplexen äußeren Welt.

Machtvolle Wirtschaftszweige sind nicht an unserem Wohl und Erwachen interessiert. Sie fokussieren die Arbeit der besten Wissenschaftler:innen und Milliarden auf ein Ziel: unsere Aufmerksamkeit durch Algorithmen, Netflix & Co. zu binden, unser Bewusstsein zu fragmentieren und uns so in einem hypererregten Dämmerschlaf zu halten. Dies ist keine Verschwörungsgeschichte. Unsere auf Konsum basierende Gesellschaft würde zusammenbrechen, wenn sich immer mehr Menschen auf die wirklich spannenden Fragen konzentrieren würden. Wenn du erwachst, ergeben so viele Regeln und Normen unserer Gesellschaft überhaupt keinen Sinn mehr.
Ich verstehe, dass angesichts der überwältigenden Informationsflut und der gewaltigen Herausforderungen unserer Zeit die Versuchung stark sein kann, immer tiefer in dem Strudel von Entertainment, Konsum oder pseudospiritueller Tröstung einzuschlafen. Doch gerade jetzt sollten wir uns alle auf das besinnen, was wirklich zählt, und den Zugang zum Wahren, Schönen und Guten in uns suchen.

Seit zwei Jahren sensibilisiere ich für das immense Potenzial und die Gefahr von KI. Sie rüttelt an unserem Verständnis von Wirklichkeit, Intelligenz und Kreativität. Wir haben eine auf ihre Weise faszinierend intelligente Technologie erschaffen, bevor wir auch nur annähernd verstanden haben, wer wir selbst sind. Ich weiß die tägliche Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz zu schätzen. Doch ich spüre auch die Versuchung, unser Denken, unsere Entscheidungen, ja selbst unsere Beziehungen an die Maschine abzugeben.
Für mich ist KI ein exponentiell verstärkender Spiegel der Menschheit. Sie kann unser Licht und unsere schönsten Gaben potenzieren, aber eben auch unseren Schatten und unsere Blindspots. Die größte Herausforderung sehe ich deshalb nicht in ihrer Regulation, sondern in der Besinnung darauf, wer wir Menschen überhaupt sind und in Zukunft sein wollen. Wenn wir diese Herausforderung bewusst annehmen, kann KI zur Lehrmeisterin unseres Erwachens werden.
Spiritualität betrifft uns alle
Auch das Wort Spiritualität habe ich in den letzten Jahren selten öffentlich benutzt, weil es leicht missverstanden wird und man schnell in einer Schublade landet. Doch da ich im kommenden Jahr eine Ausbildung zum:zur spirituell-existenziellen Mentor:in anbiete, möchte ich erklären, was wir bei homodea unter spirituell verstehen.
Spirituell ist für uns nicht gleich religiös oder esoterisch.
Wir definieren spirituelle Intelligenz als die Bereitschaft und die Fähigkeit eines Menschen, sein eigenes Bewusstsein wach zu erforschen, sich immer wieder neu die existenziellen Fragen des Lebens zu stellen und seine eigene Antwort darauf zu finden.
Auch als rationaler Geist, Atheist:in oder Wissenschaftler:in kannst du nach Wahrheit fragen, Stille erfahren, Mitgefühl kultivieren und deine Endlichkeit ernst nehmen. Umgekehrt sagt ein religiöses Bekenntnis nichts darüber aus, wie konsequent sich ein Mensch selbst erforscht und seine Wahrheit auch lebt.
Ein Mensch, der inflationär mit spirituellen Floskeln um sich wirft, kann zutiefst schlafen. Ein konstruktiv-kritischer Geist, der neugierig fragt: „Wer bin ich wirklich? Was ist wahr und was ist wertvoll?“, wird unabhängig von seinem Glauben immer wieder tiefer erwachen.
Unsere Schule des ERWACHENS
In den letzten zehn Jahren habe ich über 10.000 Menschen zu Coaches und Wegbegleiter:innen ausgebildet. Ich liebe diese Arbeit und schätze das Berufsbild des Coachings sehr. Gleichzeitig spüre ich angesichts der Entwicklungen in unserer Welt eine neue, existenzielle Dringlichkeit.
Immer mehr Menschen werden sich in den kommenden Turbulenzen Sinnfragen stellen und einen Zugang zu innerer Stille und innerem Frieden finden müssen.
Wer bietet ihnen den Raum dafür? Wer ermutigt sie, sich ehrlich den anstehenden Fragen zu stellen? Wer erinnert sie an ihr Licht und begleitet sie auch in den dunklen Phasen der Transformation?
Dafür braucht es Menschen, die Beziehung, Führung und Coaching aus einem tieferen spirituellen Verstehen heraus neu leben. Menschen, die Stille und Nichtwissen nicht fürchten. Die eine starke Sehnsucht nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit spüren und den Wunsch, anderen in ihrem Prozess des Erwachens und Nachhausekommens zu dienen.
Aus dieser Dringlichkeit und meiner eigenen Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist ERWACHEN entstanden.

2027 eröffne ich damit meine tiefgreifendste und radikalste Ausbildung: eine Schule für Transformationsbegleitung und spirituell-existenzielles Coaching, für Menschen in beratenden, therapeutischen und führenden Berufen.
Du bist auch dann herzlich willkommen, wenn du diesen Weg zunächst ausschließlich für deinen eigenen Erkenntnis- und Transformationsprozess gehen möchtest. Die Befähigung zur Wegbegleitung erforschen und trainieren wir in der zweiten Hälfte.
Wenn du diesen Ruf spürst, schau dich auf unserer Webseite um und trag dich unverbindlich für weitere Informationen ein. Prüfe in Ruhe, ob dieser Weg zu dir passt.
LINK
Für mich ist es die wichtigste Aufgabe unseres Lebens, unser Bewusstsein zu ehren und zu erkunden, und zugleich die wertvollste Investition in unser Wohlergehen und die Zukunft der Menschheit.
Denn wie tief wir uns selbst erkennen, berührt alles, womit wir in Beziehung stehen.
In diesem Sinne wünsche ich dir tiefes Erwachen in das Wunder, das du bist.
In stiller Verbundenheit, Veit
PS. Hier findest du – wie versprochen – die geführte Meditation „Die Essenz der Stille“. Sie lädt dich ein, deine Gedanken und deinen Körper für eine wohltuende Zeit loszulassen und dich tiefer mit deiner Essenz der Stille zu verbinden.
PS. Wenn du im homodea Tribe bist und deine Gedanken zum Thema mit uns teilen möchtest, kannst du das hier tun.



