Der Klang der Stille | CassMae über Musik, Spiritualität und Berufung | Folge 68

Beim folgenden Text handelt es sich um automatisch generierte Zeilen des von Veit Lindau eingesprochenen Podcasts. Diese wurden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz korrigiert, sodass sie weitgehend korrekt sind. Für etwaige Fehler entschuldigen wir uns. Den Originalpodcast kannst du über die untere Player-Leiste hören.

Du siehst seit deiner Geburt nicht optisch.Wenn du dir jetzt Menschen vorstellst, nimm mich mal mit.Versuch, mich mal mit in deine Welt zu nehmen.

Wenn ich mich an einen Menschen erinnere oder mir einen vorstelle, dann kommt halt wirklich als erstes so die Stimme. Es ist halt bei mir so, wenn ich einen Menschen nicht riechen kann, kann ich ihn auch nicht so unbedingt leiden.

Warum magst du Sprache?

Ich glaube, ich mag die … Ich mochte schon immer die Sounds von Sprachen. Ich singe in mehr als zwölf unterschiedlichen indischen Sprachen. Für einen von diesen Sounds brauchte ich, glaube ich, so vier Monate, den zu lernen.

Für einen Sound?Ja, genau.Spricht Premierminister Modi in irgendeinen Podcast über dich und deine Musik korrekt hat?

Ja, das war Ende 2023.Da war ich eigentlich im Urlaub.Genau.Und dann habe ich ihn auch wirklich getroffen, 2024.Also Staatsbesuch, könnte man sagen.

Also du bist eingeladen worden?

Ja, also das war sowieso schon crazy, weil er hat, was halt ziemlich verrückt ist, immer noch, er hat mich die deutsche Tochter Indiens genannt, dass man durch meine Stimme Gott erfahren könnte.

Du bist ja auch, wenn ich es richtig verstanden habe, auf deiner Art des spirituellen Pfades unterwegs. Glaubst du an so was wie Reinkarnation?

Also glaubst du zum Beispiel, wenn dich Indisch auf so eine intensive Weise in diesem Leben findet, dass das etwas damit zu tun hat, dass du eine Connection hast?

Ja, also ich glaube definitiv an Reinkarnation. Du musst wiedergeboren sein, aber du bist im falschen Körper wiedergeboren.

Wieso bist du jetzt Europäerin? Und dann bin ich so: „Na ja Vielleicht ist es auch irgendwie gut für irgendwas, weil ich das verbinden kann, weil ich das fusionieren kann, wenn das wahr ist oder wenn das wahr wäre. Aber ich glaube an verschiedenste Reinkarnationen, dass man immer wieder irgendwie wiederkommt Hey, lieben Menschen da draußen.

Ich wünsche euch erst mal einen wunderschönen Tag und ich freue mich ganz, ganz doll, diesmal hier bei uns im Podcast wieder einen Gast willkommen heißen zu können. Ihr wisst ja, mich interessieren Menschen generell und mich faszinieren die einzigartigen Lebenspfade, die wir so haben. Und ich durfte vor einigen Monaten in Köln eine junge Dame kennenlernen, die mich sofort fasziniert hat, weil sie so, ich sage jetzt mal out of scope, wirklich einem ganz anderen Track folgt als ich zum Beispiel und gleichzeitig aber, glaube ich, auch einen sehr spirituellen Pfad folgt. Und ich freue mich ganz, ganz doll, dass sie meiner Einladung gefolgt ist.

Hierher. Ich habe gehört, das macht sie nicht so oft. Herzlich willkommen, Casimir, bei uns in Baden-Baden. Danke, dass du hier bist.

Hi, ja, ich freue mich auch sehr.

Meine erste Frage an dich ist erst mal: Wie geht es dir gerade so jetzt in dem Moment?

Ja, mir geht es gut.Ich sitze hier ganz entspannt.Ich habe gerade einen Tee getrunken und es ist schön alles.Ich bin gechillt, sozusagen.Genau.

Cool. Ich bin auch ein bisschen aufgeregt.

Das bin ich immer, wenn ich einen neuen Menschen kennenlerne. Bevor ich dich bombardiere mit meinen Fragen, die ich mitgebracht habe, wollte ich dich fragen: Gibt es gerade ein Thema, über das du gerne sprichst?

Boah, schwierig. Ich glaube, ich rede gerne über jedes Thema, was irgendwie in irgendeiner Form tiefgründig ist und nicht irgendwie: „Wie ist das Wetter heute oder morgen?

Aber natürlich, Musik rede ich immer gerne drüber. Spiritualität, auch beides gemischt miteinander, was ja für mich auch irgendwie untrennbar miteinander verbunden ist auch, also Musik und Kultur. Ich bin gespannt, was kommt und welche Fragen du hast.

Ich glaube, es wird ein spannendes Gespräch, weil mich interessieren flache Gespräche auch nicht. Und wenn ich dich jetzt gleich frage: „Wer bist du?, dann meine ich nicht eine oberflächliche Ebene, sondern wirklich auf deiner Wesensebene.Also wie begreifst du dich?Also lass uns gleich tief einsteigen.

Ja, das ist eine gute Frage direkt. Ich glaube, es ist immer so ein bisschen schwierig, sich selber zu beschreiben. Ich muss auch sagen, ich habe gar nicht so viel Übung darin.

Ich glaube, es gibt ja immer diese Übung, dass man sich darin hineinversetzen sollte, wie andere über dich denken, sozusagen. Und ich glaube, dass andere Leute sagen würden: „Ich kann gut zuhören. Ich habe auch Humor. Vielleicht taucht der noch so ein bisschen auf. Genau. Und ich liebe Sprachen. Also ich liebe Sprachen zu lernen, auch immer wieder Neues aufzusaugen, sozusagen. Das liebe ich einfach schon, seitdem ich ein kleines Kind bin. Ich habe auch immer schon Musik geliebt, egal welches Genre. Ich bin ein offener Mensch, ein durchaus sensibler Mensch, aber ich mag es auch, in manchen Bereichen mysteriös zu bleiben und so ein bisschen nicht alles offenzulegen, glaube ich. Aber ja, manchmal fehlt da bei mir so ein bisschen das Ventil, wenn ich sage: „Okay, wo.Kann ich jetzt sozusagen draufdrücken und das ist verschlossen oder wo lasse ich das jetzt irgendwie alles zu? Also wo lasse ich das alles raus, alle Emotionen und so? Das ist bei mir manchmal ein bisschen schwierig zu steuern, auch für mich selber. Und ich würde sagen, ich bin bei der Kamera oder auf der Bühne schon auch ein anderer Mensch als privat. Also privat bin ich irgendwie viel schüchterner und wenn ich auf einer Bühne bin, kann ich auch mal den einen oder anderen Spruch sagen und bin manchmal frecher, schlagfertiger. Ich habe dann immer irgendwas zu sagen, wenn was aus dem Publikum kommt und so. Aber ja, ich bin auch, würde ich sagen, sehr emotionaler Mensch generell.

Da haben wir auf jeden Fall ein paar Gemeinsamkeiten. Also wenn ich auf der Bühne stehe, dann denken die Leute, ich habe eine große Klappe, aber die Wahrheit ist, dass ich auch schüchtern bin und dass ich zum Beispiel, wenn ich jemanden so jetzt … Ich plaudere jetzt einfach gleich ganz tief, weil du gesagt hast, du stehst darauf.

Wenn ich jemanden neu kennenlerne, so wie dich, bin ich tatsächlich auch erst mal schüchtern. Aber ich steige mal ein über Sprache, weil Sprache mag ich auch sehr. Warum magst du Sprache?

Ich glaube, ich mochte schon immer die Sounds von Sprachen. Ich weiß nicht, was das für ein Ding bei mir ist, aber seitdem ich ein kleines Kind bin, war das öfter mal so, dass ich, wenn ich aufgewacht bin morgens oder so und so ein bisschen im Halbschlaf war, dass ich dann immer gehört habe, wie meine Eltern zum Beispiel unten geredet haben und nur auf die Sounds gehört habe, so die Klangfarben, die Klänge an sich. Und manchmal fand ich das so lustig, also zum Beispiel die Umlaute, so wie Ü und Ö und so. Und dann musste ich zwischendurch richtig lachen und so und konnte es dann auch gar nicht mehr abstellen.

Und ja, es gibt aber so viele unterschiedliche Sounds. Also zum Beispiel indische Sprachen sind ja, könnte man mittlerweile sogar fast sagen, bisschen mein Metier. Also ich singe in mehr als zwölf unterschiedlichen indischen Sprachen. Und da gibt es echt sehr, sehr viele Sounds, die auch nicht ganz so einfach sind für Leute, die noch nicht so mit diesen Sprachen vertraut waren. Also für einen von diesen Sounds brauchte ich, glaube ich, so vier Monate, den zu lernen.

Für einen Sound?

Ja, genau. Und ich weiß nicht, ich glaube, ich kann ihn immer noch nicht hundertprozentig perfekt, aber wenn ich Songs singe, ich bin ja sehr aktiv in den sozialen Medien, auf Instagram vor allem, und wenn ich diese indischen Songs singe, dann schreiben mir ganz viele, dass das von der Aussprache so perfekt sei und dass diese Sounds irgendwie so gut rauskommen, diese Klangfarben.

Und ja, das finde ich aber auch so Gemeinsamkeiten zwischen Sprachen finde ich irgendwie sehr interessant. Zum Beispiel diese Gemeinsamkeit zwischen … Da gibt es ja, glaube ich, auch verschiedene Sprachen von den Sinti und Roma zum Beispiel, die ja auch seit, ich weiß gar nicht, ganz vielen Tausenden von Jahren aus Indien gegangen sind nach Europa. Und es gibt immer noch einige, die diese jahrtausendealte Sprache können und das ist so ähnlich zu der indischen Sprache Punjabi oder zu Urdu.

Es ist auch eine andere indische Sprache. Das ist echt krass so.

Wie?Also zwölf…Drei Sprachen sind schon viel.Zwölf Sprachen ist richtig viel.Wie hast du dir die beigebracht?

Das Ding ist, ich kann jetzt auch nicht jede Sprache so sprechen. Also ich kann Hindi zum Beispiel, ist ja so ein bisschen gängig, könnte man fast sagen, außer vielleicht in Südindien, aber es ist eine bisschen andere Geschichte. Das kann ich ein bisschen sprechen, so konversationell. Also ich kann mich auf jeden Fall verständigen und mit Leuten kommunizieren.

Ich bin aber sehr nervös immer, wenn ich das rede. Und bei den anderen Sprachen ist das so, dass ich die schon, also würde ich schon sagen, in der Lage bin, zu singen, auch ein paar Wörter zu verstehen, aber so diesen ganzen Kontext verstehe ich tatsächlich immer noch nicht, weil ich mich so sehr auf die Musik konzentriert habe und ich weiß auch nicht, ob ich jemals irgendwie diese ganzen Sprachen auf so einem Level sprechen werde können. Genau. Aber jede Sprache hat echt so ihren eigenen Charakter. Also ich finde, südindische Sprachen sehr süß irgendwie, weil die so hell klingen und so freundlich. Und du hörst halt Leute, zum Beispiel, die tamilisch reden oder Malayanlam ist eine andere südindische Sprache und du denkst direkt: „Oh, das sind herzliche Leute, so einfach von der Sprache. Dasselbe mit Bengalisch. Also ja.

Also du bist jetzt, wenn ich es richtig habe, schon mal erst 23, korrekt?

Ja, genau.

Wann hast du angefangen, dich mit englischer Sprache zu beschäftigen?Das ist auch noch nicht so lange her, oder?

Ja, aber doch schon. Also länger als ich selber manchmal so denke.

Ich denke mir manchmal so: „Krass, das ist doch so lange her. Also 2017 war ich im Berkeley College of Music für fünf Wochen in Massachusetts und da habe ich viel gelernt, generell über Songwriting, über Gesang, über Performance, über …Produktion, also auch, ich bin ja seit der Geburt blind, wie man als blinder Mensch produzieren kann. Und ja, dann war das so, dass da viele indische Studentinnen waren und viele indische Restaurants auch. Und dann habe ich mich da irgendwie schockverliebt in den Gesang erst mal und dann bin ich nach Hause gekommen und habe dann versucht Hindi zu lernen und habe damit ein bisschen meine Freunde genervt. Es ist witzig, weil ich habe letztens noch mit einer Freundin von mir drüber geredet, dass das ja so war und dann habe ich mich quasi noch mal im Nachhinein dafür entschuldigt, dass ich so sehr genervt habe. Aber Ich war halt 15. Ich war noch so voll in dieser Identitätsfindung irgendwie. Auch ganz schwierige Jahre irgendwie generell. Aber dafür war es gut, auf jeden Fall. Ich sehe das immer wie so eine Art Puzzlestück zur Identität, dass man immer neue Facetten von sich selber kennenlernt und die Liebe zur indischen Kultur, zu den Sprachen, zu der Musik war definitiv eine sehr große Facette und ist es immer noch in meinem Leben.

Aber dass ich so richtig regelmäßig indische Musik mache, ist seit der Pandemie, würde ich sagen, dass ich mich wirklich getraut habe, damit an die breite Öffentlichkeit zu gehen. Und davor war es aber auch schon so, dass ich versucht habe, vor allem Hindi in meine Songs zu integrieren, die ich geschrieben habe.

Du bist ja auch, wenn ich es richtig verstanden habe, auf deiner Art des spirituellen Pfades unterwegs. Glaubst du an so was wie Reinkarnation?

Also glaubst du zum Beispiel, wenn dich indisch auf so eine intensive Weise in diesem Leben findet, dass das etwas damit zu tun hat, dass du eine Connection hast?

Ja, also ich glaube definitiv an Reinkarnation. Ich finde es auch immer wieder spannend, darüber zu lesen, auch was zum Beispiel kleine Kinder sagen so. Also das wird ja so ein bisschen verpackt mit diesem Dings „Oh, guck mal, dieses creepy Zeug, was mein Kind gesagt hat. Aber ich weiß nicht, ich finde das gar nicht so gruselig an sich, weil diese Kinder sehr oft im Reinen mit sich sind.

Man sagt ja, bis zum siebten Lebensjahr, wenn man dem Glauben schenken will, kann man sich an seine vorherigen Leben erinnern. Und ich habe ehrlich gesagt nicht mehr so viel Ahnung, wie das jetzt bei mir genau war, aber ich war schon immer sehr spirituell irgendwie und habe mich in so Leute, die schon mal gelebt haben, reingefühlt und so. Und es war schon immer so ein bisschen so und gerade bei diesem Indischen, das schreiben mir auch viele, dass die dann so sagen: „Ja, du musst wiedergeboren sein, aber du bist im falschen Körper wiedergeboren. Wieso bist du jetzt Europäerin? Und dann bin ich so: „Na ja Vielleicht ist es auch irgendwie gut für irgendwas, weil ich das verbinden kann, weil ich das fusionieren kann, wenn das wahr ist oder wenn das wahr wäre. Aber ich glaube an verschiedenste Reinkarnationen, dass man immer wieder irgendwie wiederkommt.

Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es dich nervt, wenn du auf Blindzahn angesprochen wirst. Ich will kurz vorweg schieben, weil wir lernen uns ja auch erst kennen. Ich sehe dich überhaupt nicht in irgendeiner Weise als Gehandicapt an, sondern einfach als anders als mich. Und deswegen interessiert es mich mega, wenn es okay ist für dich.

Ich würde total gerne wissen, wie siehst du? Verstehst du, was ich meine?

Ja.

Also jetzt zum Beispiel, ich finde es total krass. Wir haben uns einmal kurz in Köln gesehen.

Ich sitze jetzt gerade hier. Ich habe die Möglichkeit, dich sozusagen optisch zu sehen et cetera. Für mich ist es natürlich gerade gar nicht vorstellbar, wie du mich jetzt zum Beispiel siehst oder wie du den Raum wahrnimmst.

Ja, spannende Frage. Ich glaube, das ist auch echt bei jeder blinden Person auch unterschiedlich, ein bisschen. Also viel geht über Stimme tatsächlich. Aber wenn du jetzt zum Beispiel vor mir stehen würdest, dann würde ich auch versuchen herauszufinden, ob ich von der Höhe deiner Stimme rausfinden kann, wie groß du ungefähr bist oder wie die Präsenz an sich ist.

Ich habe ja auch in Köln Musik studiert und da gab es aber auch so Präsenzkurse, also mit so Bühnenperformance und so. Und da war das super wichtig, irgendwie so sein eigenes energetisches Feld zu spüren, aber auch das von den anderen Leuten, also von dem Publikum zum Beispiel auch. Und das ist immer voll interessant, wenn man sich so reinfühlt, was da alles rüberkommt, wenn man es zulässt. Ich habe auch mal einen anderen Podcast gehört, wo es so ein bisschen darum ging, was ist Kreativität und was ist schon mentale Verrücktheit, so ein bisschen. Und der Grad ist tatsächlich so ein bisschen schmal dazwischen. Aber wenn man sich so auf diese, ich sage mal, verrückteren Sachen lernt, so ein bisschen einzulassen, so intuitiv, dann ist das halt echt krass, was dann so rüberkommt, auch so von der anderen Person. Ich mag das Wort Schwingung nicht in dem Sinne, weil das irgendwie … Ich sage es jetzt mal so: Du bist ja keine Musiknote oder kein Musikstück, was ich jetzt vor mir habe. Du bist ja ein Mensch. Aber dieseJa, Frequenz ist auch ein blödes Wort, aber du weißt, was ich meine. Ich glaube schon. Ähm, was man so fühlt von der Person oder irgendwelche Emotionen oder so. Ähm, ja, genau. Ähm, und es gibt ja auch immer die Frage, es gibt ja immer wieder Leute, die mich fragen: „Willst du mich anfassen?» zum Beispiel, damit du weißt, wie ich aussehe. Mhm. Und das will ich meistens gar nicht. Mhm. Also vor allem bei Leuten, die mir noch relativ fremd sind, wenn man halt eng befreundet ist, dann ist das was anderes irgendwie oder wenn man verwandt ist, so. Aber, ähm, ich brauche das nicht unbedingt, sage ich mal. Also ich finde es viel interessanter, mir vorzustellen, wie eine Person ist. Und dann gibt es so Leute, die sehen können und sagen: „Die Person, äh, sieht aber tatsächlich älter aus als das, was du dir vorstellst oder jünger oder so, dann finde ich, das ist immer so mindblowing für mich, mhm weil das zum Beispiel über die Stimme dann wieder ganz anders rüberkommt.

Mhm.Ähm..

Oder auch–

Und dann ist ja immer noch die Frage, äh, wer recht hat.

Ja, ich glaube, ehrlich gesagt immer, dass es eine Mischung aus beidem ist, weil zum Beispiel das physische Alter, ähm, das wurde ja jetzt auch rausgefunden, dass das biologische Alter ja nicht unbedingt gleich das mentale Alter ist und so. Mhm Und ich finde, also Stimme ist ja Resonanz, das ist ja deine Körperresonanz und ich finde, da kommt ja auch echt viel rüber, so wie man, wie man sich carriet sozusagen, also wie man sich trägt, wie man sich bewegt, wie man sich gibt.

So, ähm, deswegen ja, immer– Also nicht nur auf die innere Stimme hören, sondern auch auf die der anderen, sozusagen.

Ich würde gerne an einer Stelle nachfragen und du sagst, wenn ich dich nerve. Ja.

Ähm, du hast gesagt, wenn du dir die Person vorstellst. Ja? Ja. Das finde ich total spannend, weil, richtig verstanden, du siehst seit deiner Geburt nicht optisch.

Ja.

Wenn du dir jetzt Menschen vorstellst, versuch, nimm, nimm mich mal mit, versuch mich mal, mit, mit in deine Welt zu nehmen.

Mhm.

Was passiert da?

Ähm, ja, also wie ges– wie ich schon gesagt habe, dass, ähm, wenn ich mich an einen Menschen erinnere oder mir einen vorstelle, dann kommt halt wirklich als erstes so die Stimme. Mhm Und tatsächlich auch, man z. B. man umarmt sich ja auch mal oder man gibt sich die Hand und was man dann so wahrnimmt, wie ungefähr so die Körperform ist, mhm so. Ähm, oder ja, dann kommt ja auch so ein bisschen dazu, was ich über die Person weiß, dann in dem Sinne.

Aber wenn es jetzt eine komplett fremde Person wäre, ähm, ich bin halt auch so ’ne, ich bin so ein bisschen stiller Beobachter, mhm könnte man sagen. Also ich mag das irgendwie gerne so… Es klingt jetzt ein bisschen bescheuert, aber so zu analysieren, wie die Interaktion von so unterschiedlichen Menschen ist in der Gruppe oder mit mir selber mhm oder so und was da rüberkommt. Ähm, zum Beispiel auch Blickkontakt ist auch ein spannendes Thema, weil man könnte jetzt irgendwie meinen, dass ich das jetzt gar nicht so wahrnehme oder dass mir das jetzt gar nicht so wichtig wäre. Das ist wahrscheinlich auch anders bei jedem blinden Menschen wiederum. Aber, ähm, irgendwie kommt da schon so ein Vibe rüber, sage ich jetzt mal, wenn man sich halt anguckt, wenn man so in die Richtung mhm von der Person guckt, wenn man so das Gefühl hat, die Person lächelt mich an und das, ähm, spiegelt sich so ein bisschen auch wieder in der Stimme, so. Ähm, zum Beispiel bei dir würde ich jetzt sagen, du bist so ruhig, so. Also als du gesagt hast, dass du schüchtern bist, das, ähm, kann ich auch so ein bisschen von der Stimme nachvollziehen, so. Mhm Da ist so Anteile in der Stimme, die jetzt nicht super laut sind, ähm, aber trotzdem… Man, man hört dir irgendwie so zu automatisch, weil du, du musst nicht laut sein, um was einzufordern, glaube ich. Also so würde ich das jetzt beschreiben, so.

Wie– Woran merkst du, dass du, also wenn du jemanden kennenlernst, dass du, dass du das Gefühl hast, du kannst diesem Menschen vertrauen? Also ich frage deswegen, ähm, weil ich glaube persönlich, dass Menschen, die über die Augen sehen, sich ganz häufig täuschen lassen von bestimmten ersten Eindrücken.

Mhm Und ich glaube zum Beispiel auch, dass in der Stimme ganz viel drin ist. Also zum Beispiel, ich habe früher gern– Ich coache ja auch Menschen und ich habe ganz häufig lieber einfach nur am Telefon gecoacht, weil ich dann nur die Stimme gehört habe mhm und hatte das Gefühl, ich kriege eigentlich mehr mit, als wenn ich den Menschen dazu sehe.

Mhm. Ja, ähm, ich glaube, Telefon ist auch noch mal so eine andere Sache, weil das ja auch leider so ein bisschen verzerrt wird. Also ich meine, so im Zeitalter von so Video Calls und WhatsApp und so ist es halt schon besser geworden, aber es ist trotzdem nicht so ganz dasselbe irgendwie.

Aber ja, du hast recht, es kommt viel über die Stimme, wobei man sich da auch manchmal täuschen lässt, weil manchmal gibt es auch eine Person, die irgendwie super laut redet und das wirkt irgendwie total beängstigend auf jemanden, mhm so super laut und dröhnend und so, aber eigentlich ist das eine ganz nette Person. Ähm, ich glaube, was hier tatsächlich entscheidender ist, und das klingt irgendwie auch leicht seltsam, aber das ist der Geruch.

Mhm.

Ähm…Ich kann das schwer beschreiben. Ich glaube auch, dass es eine Fähigkeit ist, die eigentlich jeder Mensch hat theoretisch. Aber es ist halt bei mir so, wenn ich einen Menschen nicht riechen kann, kann ich ihn auch nicht so unbedingt leiden. Also ich glaube, das ist halt einfach die Psychologie, die dahinter steckt.

Ist ja bei hier Partnerinnen auch so, wenn man zusammen war, dann kann man nicht genug davon bekommen, sozusagen. Aber wenn man sich getrennt hat, dann ist das auf einmal irgendwie so das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Einfach nur dieser Geruch irgendwie. Ja, und einfach die Intuition. Viele Menschen sprechen ja von diesem sechsten Sinn und ich glaube nicht, dass der sechste Sinn etwas Paranormales ist, sondern Intuition. Und ich glaube, dass Intuition auch so eine Art Instinkt ist, den viele aber schon verlernt haben, weil man eben so viel über die Augen geht, weil man so viel über den, ich weiß nicht, zum Beispiel Sozialstatus von dem anderen, also von dem Gegenüber geht, wenn man so auf diese, ja, nicht so auf sein inneres Bauchgefühl geht, sondern alles, was irgendwie außen stattfindet, so in der Umgebung. Aber die Intuition, ich würde jetzt auch nicht sagen, ich bin da jetzt super geübt drin, aber ich glaube, man ist tatsächlich vielleicht mehr geübt da drin, wenn man eben einen Sinn weniger hat vielleicht. Vielleicht ist das auch so eine Art Ausgleich, das ist so eine Theorie. Aber ja, ich würde sagen, dass die Intuition so innerhalb von zwei Sekunden, ein, zwei Sekunden entscheiden kann, wie man zu diesem Menschen steht, so. Aber es gibt dann eben die Vorurteile und so weiter und so fort.

Ja, das verstehe ich.Gab es in deiner Kindheit jemals den Punkt, wo du gedacht hast: „Oh Fuck, ich will so sein wie alle.Mir fehlt das?Oder warst du die ganze Zeit im Peace damit?

Ich glaube, ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich die ganze Zeit im Frieden damit war, aber ich würde auch nicht sagen, dass ich jetzt so verzweifelt war, dass ich sage, ich will unbedingt jemand anderes sein oder so. Ich wollte schon dazu gehören öfter, wo man einfach sagt, ich will einfach eine coole Freundesgruppe haben, wie man das so kennt aus Büchern, wo man dann irgendwie so abhängt miteinander, wo man, keine Ahnung, was weiß ich, macht. So Muss ja dann auch nicht wiederum sein wie in diesen Büchern. Aber ja, einfach so dieses Gefühl haben, wirklich so eine Gruppe sich zu haben.

Aber ich glaube, ich bin auch ein Mensch, ich mochte nie richtig gerne Gruppenarbeiten und ich glaube, ich bin einfach auch in einer Gruppe eine schwierige Persönlichkeit, weil ich am Anfang, wie ich schon gesagt habe, so dieser stille Beobachter bin und dann, wenn ich so einen Trigger habe oder so ein Ventil, wo ich sage, da kann ich jetzt reinhauen, so dann kommt das und dann übernehme ich irgendwie so richtig schnell diese Führungsposition und dann sind alle völlig überfordert und denken so: „Was will die denn jetzt? Und warum redet die jetzt so viel? Und warum redet die jetzt wie so ein Wasserfall? Und das ist ja irgendwie voll überfordernd jetzt. Und dann muss ich halt auch richtig runterkommen dann wieder, weil ich bin dann so gehypt von diesem Gefühl: „Ja, endlich habe ich so ein Thema, wo ich mich komplett einbringen kann und ich fühle mich wohl so mit den Menschen und so. Und ja, wenn dann die anderen eher so in sich ruhiger sind, dann wird es, glaube ich, schwierig. So, also dieses Gefälle irgendwie dazwischen.

Also ist auf jeden Fall spannend mit dir.

Ja, also ich sage mal so: Ich habe mich früher sehr schwer damit getan und mittlerweile versuche ich einfach, herauszufinden, was so die richtigen Momente sind, wo ich was rauslassen kann. Das ist das, was ich eben meinte.

Ich bin oft sehr offen und vertraue einigen Leuten sehr viel an, was vielleicht auch zu viel für manche Leute ist. Und manchmal mache ich irgendwie dann eher zu, was aber dann auch komisch ist in der jeweiligen Situation. Aber das ist halt alles Übung irgendwie und das versuche ich gerade bisschen für mich zu entschlüsseln, was wann okay ist.

Hast du mal die Bücher von Carlos Castaneda gelesen? Nein.

Nein? Ich mache es ganz kurz, aber das erinnert mich gerade dran. In den Büchern geht es darum, dass Carlos Castaneda kommt nach Mexiko und lässt sich von dem Schaman lehren. Uns ist bis jetzt nicht klar, ob das wirklich so stattgefunden hat und wie viel er sich ausgedacht hat. Aber eine Stelle, da muss ich gerade denken, ist, da erklärt ihm der Schamane, der ist Don Juan, dass in der Tierwelt gibt es ganz, ganz viele Tiere, die sind berechenbar. Das heißt, wenn du die jagen willst, ist es super easy, weil du immer weißt, wann sie an die Tränke kommen, wann sie schlafen et cetera. Und dann, sagt er, gibt es magische Tiere, die reagieren einfach total anders und dadurch sind sie nicht wirklich berechenbar. Und vielleicht bist du ja so eine Art magisches Tier für dich und auch für andere.

Ja.

Wann waren für dich klar, dass du dich der Musik so doll verschreiben willst, wie du es machst?

Ähm, ich glaub, die Frage wäre eher, wann es für mich unklar war. Nämlich an zwei Momenten. Einmal, als ich neun war und, ähm, fast aufhören wollte, weil ich konnte aus dem Gehör so Sachen wie Chopin spielen, zum Beispiel, in dem Alter. Und dann musste ich aber Blindennotenschrift lernen, weil, äh, das so ’ne supertolle Idee war, weil dann alle so waren: „Ja, es gibt Blindennotenschrift, das ist der letzte Scheiß, das musst du lernen.» So. Was lustig ist, weil du musst es trotzdem auswendig lernen, weil du, du liest quasi die linke Hand, spielst die rechte und dann umgekehrt. Aber du wirst es halt nie, ja, mit den Augen ablesen können. Deswegen musst du eh beide Hände auswendig können und dann wäre Gehör einfach viel schneller. Aber, ähm, dann wiederum ist ja auch– also nicht jeder, ähm, ist ja dann auch so mit dem Gehör, also auch nicht jeder blinde Mensch hat das direkt so aus dem Stehgreif mit dem Gehör oft. Deswegen an sich ist es ganz gut, aber mich hat es zurückgeworfen, ziemlich.

Und ich musste dann literally alle meine N nach Noten wieder spielen. Da habe ich gesagt: „Nee, ich mache das nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Das ist doof alles», und so. Und dann habe ich aber irgendwie doch weitergemacht. Ich weiß aber nicht mehr genau, warum. Ich glaube, weil ich’s halt auch nie wirklich aufgeben konnte. Und mit sechzehn hab ich auch mal so ’nen Frustmoment gehabt. Ähm, ja, ist auch eine längere Geschichte, aber wie das halt so ist als Teenager: Man macht irgendwie nicht mehr viel, so. Also man hat keinen Bock, für die Schule zu lernen, man hat keinen Bock, irgendwas zu üben und sonst was. Und dann, ähm, hieß es dann irgendwann: „Ja, vielleicht solltest du dann mit der Musik aufhören.» Dann habe ich aus Trotz gesagt: „Ja, dann hör ich auch auf.Und zwar für immer.» Und dann habe ich gesagt: „Aber ich möchte noch Gesangsunterricht haben und ich möchte noch Klavierunterricht haben und ich möchte…» Und dann w– haben mir meine Eltern auch so gesagt: „Fällt dir irgendwas auf?» So.Und ja, gut, aber sonst war es halt echt immer so, ich wollte entweder Pianistin werden oder ich wollte auch Songs schreiben halt.Ich wollte singen, wollte ich sowieso irgendwie schon immer.So, also ich hab als kleines Kind immer, wenn eine Gelegenheit kam, egal ob das irgendeine Familienfeier war oder irgendwo draußen oder keine Ahnung, da habe ich mir immer vorgestellt, dass da irgendwo ’ne Bühne ist und dann habe ich so Songs von Pink gesungen oder Robbie Williams, also auch so richtig laut.Ähm, oder ich glaube, Shakira war das auch irgendwie.Ähm, und jedes Mal, wenn die Leute dann nicht reagiert haben, habe ich dann immer gesagt: „Die haben das nicht verstanden.Ich sing ein neues Lied, bis dann jemand irgendwie reagiert hat, so mit Applaus.Also ich hab auch Applaus schon immer sehr gemocht, irgendwie dieses akustische Signal und wie sich das anhört und so.Ähm, und das war zum Beispiel auch eine Erfahrung in einem Yoga-Retreat.Äh, also nicht Retreat, aber so’n, so’n Workshop war das, glaube ich, mit anschließendem Auftritt von mir.

Und, ähm, da habe ich dann gespielt und die Leute waren so in so ’ner meditativen Stimmung und waren ganz entspannt und niemand hat geklatscht und ich hab das echt gar nicht so mitbekommen, weil ich gar nicht in dem Film war, ähm, bis dato, so mit so Yoga-Festivals und Yoga-Workshops und so, wie das da so abläuft. Und ich bin heulend in ein Café gegangen und hab gesagt irgendwie: „Die mochten das gar nicht, was ich, was ich gemacht hab. Sie haben null reagiert. So, was, was hab ich denn so falsch gemacht?» So.Und bis mir dann vermittelt wurde, was ich ja nicht hatte, so, weil ich diesen visuellen Background nicht habe, so, dass das dann so war, dass sie mit Augen geschlossen, zurückgelehnt, da saßen und es haben auf sich wirken lassen, aber das musst du halt erst mal irgendwie wissen.Und, ähm, genau, also ich würd sogar sagen, zu dem, was ich vorhin gesagt habe, zu der Intuition gehört auch Erfahrung ein bisschen, weil jetzt spüre ich das halt auch voll, wenn Leute so andächtig sind und eben nicht so direkt reagieren.Aber ich musste das erst mal erfahren.Und ja, wie ich eben auch erfahren musste, dass Musik halt echt auch ’n harter Job ist, so, und dass man halt manchmal auch so mit dem Gedanken spielt: „Ja, was soll das alles?» Und ich– man, man strengt sich die ganze Zeit an und irgendwie, ja, bleibt es harte Arbeit.So.Genau.

Dein ist ja vor ein paar Jahren was, find ich, echt Verrücktes passiert. Also du, du entscheidest dich intuitiv, du lernst jetzt Indisch, ja? Was ja relativ ungewöhnlich ist, finde ich persönlich.

So. Okay, du lernst das, du fängst an zu singen, du gehst an die Öffentlichkeit und dann plötzlich, wenn ich’s richtig verstanden hab, spricht Premierminister Modi in irgendeinem Podcast über dich und deine Musik. Korrekt?

Ja, das war, ähm, Ende 2023, da war ich eigentlich im Urlaub. Also es war halt geplant, dass man so entspannt am Meer ist und so. Und dann auf einmal, eines Morgens bin ich so aufgewacht und ich hab die ganze Zeit denselben Link bekommen, ähm, auf Instagram von verschiedenen Leuten und ich war so: „Hä? Was soll ich denn damit? Ja, toll.

Das ist der Podcast von Modi», den ich übrigens vorher noch nie gesehen hatte. Aber, also was ist denn damit, so? Und dann, äh, bis mir mal jemand gesagt hat, „Spul mal vor ein bisschen», hat das schon mal ein bisschen gedauert. Und dann habe ich vorgespult.Und dann kamen auf einmal meine Songs und er hat halt drüber geredet, auch über mich. Ich glaub, so fast fünf Minuten oder so, in einem Hindi, was ich auch sehr gut verstanden habe tatsächlich. Also ich hab, ähm, würd ich mal sagen, ja so achtzig Prozent davon verstanden, was halt viel ist, ähm, gerade mit so akademischem Hindi. Er benutzt ja eigentlich kaum Anglizismen, wobei er bei mir interessanterweise mehr Anglizismen benutzt hat. Wahrscheinlich, ich weiß nicht, wahrscheinlich, damit ich das verstehe auch, keine Ahnung. Ähm, ja, und dann, äh, ging das irgendwie so Knall auf Fall, könnte man sagen, dass dann, ähm, ganz viele– also ich hatte pro Tag, glaube ich, zehn oder zwanzig Telefoninterviews, irgendwelche Anfragen. Wir haben das alles nur noch abgearbeitet. Ich war eigentlich im Urlaub, aber ich habe nicht wirklich viel Strand gesehen. Ähm, das war, ja, dann Geschichte in dem Moment.

Kannst du dich noch erinnern, was er– also in welchem Kontext hat er über dich gesprochen?

Er hat, ähm, was halt ziemlich verrückt ist, immer noch– ähm, er hat mich die deutsche Tochter Indiens genannt. Also er hat immer von, von ’ner Tochter gesprochen, wenn er über mich gesprochen hat.

Er hat gesagt, wie ich heiße. Er hat gesagt, dass ich nichts sehen kann, aber dass, ähm, man durch meine Stimme, ähm, Gott erfahren könnte. Und, äh, es ich, ich, ich sag mal so, es war sehr überwältigend auf vielen Ebenen.

Mhm.

Und, äh, er hat halt auch eingeblendet, so Songs von mir, wirklich so meine originalen Songs und das, was ich auf Instagram mache. Und, ähm, ja, also, in welchen Sprachen ich singe, über, um solche Sachen ging es.

Genau. Und dann hab ich ihn halt auch wirklich, äh, getroffen, zwanzig vierundzwanzig. Also Staatsbesuch, könnte man sagen.

Also du bist eingeladen worden, oder?

Ähm, ja, also das war sowieso schon crazy, weil, ähm, ja, Sadhguru ist dir ja ’n Begriff. Ähm, ist ja so dieser sehr bekannte Guru in Indien, Aktivist, ähm, für die Umwelt und Philosoph irgendwie auch. Sehr einflussreich. Und, ähm, von dem wurd ich eingeladen beziehungsweise vom Isha Yoga Center, was ja sein Yoga Center ist. Ähm, das, äh, das war so ’n Influencer-Content-Creator-Retreat. Da war ich auch irgendwie die einzige Deutsche, glaube ich. Und ich weiß nicht mal, ob ich die einzige Ausländerin war, das weiß ich nicht, aber da waren echt so hundert Influencer*innen und ich meine, ich war irgendwie die Einzige, die aus dem Ausland irgendwie kam, was ich schon, äh, ja, da hab ich mich schon auch so ’n bisschen klein gefühlt, weil ich dachte, ja, die kommen ja alle irgendwie aus Indien, so, die kennen das ganze Business da irgendwie. Und ja, also man fragt sich immer, oder ich frag mich dann trotzdem immer noch so ’n bisschen so: «Wo pass ich da rein?» Also, ich glaub, ich werd mich das trotzdem immer fragen.

Und ich hab dann auch für Sadhguru gesungen und er hat mir so eine Blumenkette umgelegt und so. Und dann zwischen diesem Ganzen, was da noch passiert ist, hat Modi herausgefunden, dass ich in Indien bin. Und, ähm, also ich hab ’n Reel gemacht, wo ich schreie, «I am in India», und wo ich dann was singe und das hat er dann irgendwie gesehen. Und, ähm, mir ging’s an dem Tag nicht gut. Also ich hab, ich habe herausgefunden, dass ich grüne Chilis nicht vertrage. Und, ähm, ich sag mal so, mein Kreislauf war im Arsch. Ich, mir war total schlecht, ich hatte Bauchschmerzen und ich wollte das aber unbedingt machen, so. Und dann kamen wir auch erst mal unter bei so Bekannten von Sadhguru und die waren auch supernett, aber ich hab nicht viel davon mitbekommen, weil ich, ähm, er also zuerst mal die Songs üben musste, die ich dann für ihn singen sollte, für Modi, weil es sollte was auf Tamilisch sein und auf Sanskrit. Und, ähm, weil ich, also tamilisch, weil wir in Tamilnadu waren, das ist der Staat, wo das Isha Yoga Center ist, ähm, in ???, das ist so ’ne Stadt. Und, ähm, zweitens war ich halt dann zwischendurch so im Delirium, dass ich gar nix mehr gecheckt habe. So, und dann, als wir da waren, war aber irgendwie dann alles wieder gut körperlich. Und, äh, dann hab ich für– also wir mussten zwei Stunden warten, so in ’ner brütenden Hitze, ähm, bis wer dann irgendwann mal gesagt hat: «Gibt’s irgendwie ’n Raum, wo’s so ’n bisschen klimatisiert ist oder irgende’n Zelt?» Es waren ja so Zelte- -irgendwie, die aufgebaut wurden. Auch richtig krass, so richtig spontan aufgebaut für dieses Event oder für dieses Meeting dann so, ähm.

Nur dafür?

Ja, also er hat schon so Reden gehalten vorher und so, aber, ähm, er hat halt dieses ganze Meeting und so extra nach Paladam verlegt. Das war so ’ne andere Stadt, zwei Stunden, zwei Autostunden vom Isha Yoga Center entfernt. Ähm, sonst hätten wir nämlich sieben Stunden fahren müssen und da hab ich gesagt, «Nö, will ich nicht.» So, vor allem nicht mit dem, wie’s mir geht, so.

Mhm.

Ähm, ja, und dann, äh, waren das irgendwie so– de-dann waren wir in diesem klimatisierten Zelt, wo dann die ganzen Parteikollegen irgendwie von Modi waren. Das war auch schon sehr surreal, weil die-Sehr laut waren und alles Männer so und ahm ja, dann kam Modi, dann waren wir ahm also ich war zehn Minuten da mit meiner Mutter tatsächlich.

Ähm, ich hab ja ein Management, also einen Manager, der durfte nicht mit. Weiß ich nicht warum, aber ähm der musste dann tatsächlich in diesem anderen Haus bleiben, wo wir vorher untergekommen sind. Ähm, na ja und dann, ähm, ja, war das so. Das war zehn Minuten. Ich habe irgendwie zwei Sachen vorgesungen. Er hat auf den Tisch getrommelt dazu. Er hat mir Fragen gestellt auf Englisch, was auch sehr, ja, süß klingt irgendwie doof, aber es war sehr bemüht so ähm und war, also war schon, war schon sehr nett, dass er dann auf Englisch so gefragt hat und so, obwohl das glaube ich nicht so die stärkste Sprache von ihm ist so, aber ist ja völlig okay so. Ähm, und hat mich gefragt, wie lange ich noch in Indien bleibe, wie es mir gefällt, was ich gerne in Indien esse. Das ist ja auch eine sehr wichtige Frage in Indien: Was isst du hier gerne? Und ja, dann war’s das auch wieder. Und ja.

Was hat sich seitdem verändert für dich, auch für deine Karriere?

Ähm, ich, ich glaube schon, dass da immer so diese Connection sein wird. Ich meine, es ist ja, ähm, auch so eine Art Video entstanden, jetzt ein Jahr später, ähm, wie es mir damit ging, so wie es mir damit geht. Das ist auch auf meinem Social Media. Da kam extra so eine Filmcrew aus Mumbai. Ähm, genau. Und ich, ich glaube, die Leute werden das immer damit verbinden, so.

Was es mit mir persönlich macht, ist tatsächlich sehr schwer zu sagen, weil natürlich fühle ich mich auf jeden Fall geehrt und so, aber ich bin jemand, der so Sachen vorsichtig angeht. Ich möchte nicht, ähm, dass mir das zu sehr zu Kopf steigt. Ähm, ich möchte immer noch so dieses Gefühl haben, ich bin die normale junge Frau, die ich so bin, das normale Mädchen, was ich so bin, die ich auch vorher war. Und das ist einfach ein Glücksfall gewesen, der passiert ist, der mich auch vorangetrieben hat. Aber ich weiß halt auch, wie viel Arbeit ich da reininvestiert habe in dieses ganze Projekt und das will ich halt auch nicht vergessen. Und die anderen Leute, die auch dafür zuständig waren, so, die mich inspiriert haben oder, ähm, die mich, äh, quasi gecoacht haben, wenn man so will, in verschiedensten Bereichen. Und, ähm, ja, also es wird viel verändert haben, so, aber s, ich sag mal, so, es wird immer viele Veränderungen geben und viele Einflüsse. Und wie gesagt, ich will das gar nicht so sehr, ähm, ja zu Kopf steigen lassen.

Hast du, folgst du, also hast du sowas wie Visionen oder lässt du es einfach drauf ankommen?

Ich, ich glaube, ich habe Visionen. Ich trau mich nur manchmal nicht, diese Visionen zu erfüllen, weil ich manchmal denke so: „Ach, das ist doch irgendwie viel zu unmöglich, viel zu groß.» Ich meine, ähm, ich hab halt auch oder wir haben halt auch Witze gemacht zu Hause.Es hieß dann irgendwie so: „Ja, was ist denn, wenn Modi deine Sachen irgendwann mal sieht?» Dann war ich so: „Ja, als ob.» So.Und das ist dann irgendwie trotzdem passiert.Oder auch mit Sadh guru.Also ich verfolge den schon seit, ja seit dem ich Indien kenne, eigentlich so für mich kennengelernt habe, seit zweitausendsiebzehn.Das ist echt ’ne lange Zeit.Auch immer die Maha shivratri Livestreams, dieses große indische Fest, ähm, habe ich immer verfolgt und den dann wirklich so zu sehen und jetzt öfter zu sehen und auch mit ihm auf dieser Ebene zu sein, dass es so, ja, also vertrauter wirkt.So, das ist schon sehr surreal und ich glaube, das ist aber, wenn man wirklich länger oder lange darüber nachgedacht hat, reflektiert hat, was so die Visionen sind und ähm, wie man daran arbeiten möchte.Und ich glaube, diese Beispiele haben mir gezeigt, dass ich da auch noch viel mehr nach vorne gehen könnte mit meinen Ideen.So, aber es ist auch einfacher gesagt als getan.Vor allem so im Musikbusiness.Es ist halt schwierig als blinde Frau im Musikbusiness, die auch noch irgendwie indische Musik macht und auch noch irgendwie international möglich sein will.So, es ist schon sehr, sehr viel und sehr, sehr nieschig, aber es finden sich immer Leute, die das interessiert und die das wirklich mögen und die auch dafür brennen.Und ich glaube, solange man die findet und solange man immer mehr Kontakte, ähm, herstellen kann zu wirklich coolen Leuten, ähm, solange ist man dann immer einen Schritt in die richtige Richtung.

Du nimmst ja sogar Popsongs indisch auf, habe ich gesehen.

Ja genau, das ist ja das, was ich hauptsächlich mache, diese Fusion, ähm, dass ich, äh, englische Popsongs mische mit indischen Sprachen. Ähm, Punjabi habe ich schon mal reingemischt oder Hindi. Ich hab, glaube ich, einen tamilischen englischen Song gemacht. Ich hab einen mit Maler Lamm gemacht, ähm, und einen mit einem Bengali Gedicht. Das ist auch auf YouTube, ähm, ist auch sehr cool geworden.

Das habe ich im Rahmen von meinem Bachelor-Konzert, ähm, mit Band aufgeführt und das ist auch sehr-Gewesen, ähm, Sanskrit natürlich. Äh, also ich glaub– ja, aber auch, auch dieser indische Gesang, diese Verzierungen, diese Orna-Mentik, sozusagen. Das ist alles super wichtig, um halt diesen IPop ein bisschen interessanter zu machen. Es gibt ja auch schon IPop.

IPop heißt indischer Pop, oder wie?

Ähm, ja, also IPop heißt im Endeffekt indischer Pop, genau. Ähm, es gibt viel IPop, der ausschließlich in der indischen Sprache ist, aber ich will es halt mehr so wie die K-Pop-Richtung machen, dass es halt Englisch und Indisch ist, so quasi.

Also engindische Sprachen. Indisch gibt’s ja nicht als allgemeine Sprache, aber, ähm, dass es ein bisschen gemischter ist und auch von den Musikstilen so gemischter ist. Das ist mir halt voll wichtig und, ähm, deswegen hab ich mich auch für IDM entschieden, weil das irgendwie so… Es geht nach vorne und IDM ist ja auch richtig beliebt in Indien mittlerweile.

IDM heißt?

Electronic Dance Music. (übersprechen 00:03:02) Ähm, genau. Und das kann man auf so viele verschiedene Arten umsetzen. (übersprechen 00:03:08) Und, ähm, ja, ich find’s auch richtig cool, dass Indien mittlerweile so diesen Schritt geht.

Wir, ähm, gehen so ein bisschen leicht weg von diesem Bollywood-Monopol-Industrie-Ding, wo dann irgendwie so– Also die Sänger sind zwar schon wichtig, aber sind halt in, in erster Linie Playback-Sänger, also die singen für die Schauspieler, die dann dazu lip-sinken. So. Ähm, die gehen so ein bisschen weg davon mittlerweile und mehr hin zu wirklichen Artists, die halt wirklich da stehen und Musik machen und wirklich eigenständig als, als KünstlerInnen agieren können, die Konzerte, ähm, geben können, die, äh, ja wo es ausverkauft ist mittlerweile und so. So ein bisschen wie, äh, vor zehn Jahren hier bei uns, wo das halt mega der Hype war, dass man zu Konzerten geht und so. Und das war halt– Das ist halt in Indien– Jetzt fängt das so sehr an und, ähm, ich bin froh, dass ich jetzt gerade in dieser Zeit dann das vielleicht in Angriff nehmen kann, ähm, so, ja zu interessen.

Ich weiß ja nicht, ob du über deinen Traum sprichst, aber wenn alles möglich wäre?

Alles, also alles, alles?

Ja, wenn du– Also genau.Dann, dann– So wird es– Also nur, wenn du es teilen magst, weil manchmal ist es so ein bisschen delikat.

Jaaa. Ich werde kurz darüber nachdenken. Ähm, ja, also wenn alles, alles möglich wäre- Dann würde ich mir in erster Linie einfach mein Überleben sichern mit der Musik. Ähm, ich brauche auch ehrlich gesagt keinen so– Ich muss meinen Reichtum nicht öffentlich zeigen, so, also in Form von einer Villa oder so.

Das bin ich gar nicht. Also das fühle ich nicht so. Mir reicht auch irgendwo ein Haus, was halt ein bisschen abgeschiedener ist oder so. Ähm, aber ich brauch jetzt so was nicht wie ne Villa oder große, tolle Autos oder einen eigenen, ähm, Entspannungsraum. Wobei doch, den brauche ich. Das wäre schon cool. So. Aber, ähm, ja. Und ich mag irgendwie so… Ich mag so viele MusikerInnen, die nicht mehr am Leben sind. Also, ich weiß nicht, das ist auch so ein Syndrom, dass ich viele MusikerInnen höre, so, die gar nicht mehr da sind. Ich weiß nicht, wie man das nennt.

Beispiel?

Ähm, boah, also sehr verschiedene. Ähm, im Moment bin ich so voll in meiner, schon wieder in meiner– Also so, so ein bisschen wie als ich ein Kleinkind war, meiner Klassik-Barock-Phase.

Ähm, ich, äh, höre sehr gerne Johann Sebastian Bach, tatsächlich. Ähm, ich lerne gerade auch so ein bisschen, wie man das singt.

Wie man Bach singt?

Ja. Also vor allem für mich war das immer sehr cringe, Deutsch zu singen, früher. Ich merke auch gerade, ich weiß gar nicht, ob ich gerade rot werde, aber, ähm, irgendwas merke ich gerade. Ähm, aber das, also das war für mich immer sehr cringe.

Ich weiß nicht, warum und warum diese Hemmschwelle jetzt so ein bisschen weg ist, aber es ist so eine andere Facette von mir, die ich auch so ein bisschen noch weiter ausleben möchte, vielleicht ja auch einbringen möchte in die Fusion.

Ja.

So. Ähm, und, ja, leider kann man halt eben keine Collabs mehr machen, mit also kollaborieren mit solchen Artists- -weil die nicht mehr da sind. Aber es wäre schon sehr witzig.

Ähm, deswegen zu der, zu dem Thema, ob alles möglich wäre.

Ja, aber wer weiß, was alles noch kommt.Ich mein, technisch-

Ja, aber…Also ich, äh, wenn man jetzt, wenn du jetzt anspielst auf so was wie KI oder so-

Ja.

Ähm, das wird es einfach trotzdem nicht hundert pro ersetzen können, glaube ich. Vor allem nicht bei diesem Level an Musik.

Also ich glaube nicht daran, irgendwie, dass es wirklich hundert pro so stattfinden wird. Dann wiederum haben aber auch die Beatles früher gesagt, dass Gitarrenmusik aussterben wird, komplett. Deswegen will ich jetzt meine These nicht, äh, in Stein meißeln, so. (übersprechen 00:07:12) Aber, ähm, ja.

Ja.Ähm-Du bist ja auch ein spirituelles Wesen.Ja.Was ist für dich die Essenz von Spiritualität?

Ich glaube, eine der Essenzen, die ich eben schon … Du merkst schon, es gibt, glaube ich, verschiedene von meinem Standpunkt aus. Eine, die ich schon angesprochen habe, ist eben dieses Thema: Sich darauf einlassen können. Das ist echt so das Wichtigste.

So dieser Glaube, aber nicht im Sinne von Dogma oder so, sondern Glaube an was ich selbst. Also Glaube an, woran ich selbst glauben kann, sozusagen. Also was sind meine Grenzen auch in der Spiritualität so bin ich spirituell und esoterisch zum Beispiel, weil das unterscheide ich auch ein bisschen, Bin ich spirituell und religiös. Das ist auch unterschiedlich. Wo sind meine Limits? Wie viel Selbstvertrauen habe ich, dass ich loslassen kann in bestimmten Momenten, dass ich wirklich frei diese Emotionen entfalten kann für mich, diesen tiefen Frieden zu spüren oder dieses tiefe Glück. Es gibt in indischen Philosophien so Zustände, bestimmte. Also zum Beispiel Ananda May ist so ein Zustand. Ich weiß nicht, ob ich das sogar mal hatte oder so, aber es ist unbändige, stille Freude.

So könnte man das beschreiben. Und ich war mal in so einem Hindu-Tempel und das war das erste Mal, dass ich in einem Hindu-Tempel war. Und dann habe ich mich in so eine Ecke gesetzt und ich mag die Gottheit Shiva sehr gerne. Ich weiß nicht, was du über Shiva weißt, aber …

Nicht so viel wie du, aber ich verstehe dich.

Es ist auch ein bisschen schwierig, das jetzt so alles zu erzählen, aber Shiva ist sehr gegensätzlich durchaus, also sehr friedlich, kann aber auch sehr zerstörerisch sein, aber nicht im Sinne von negativ, also aus Wut, sondern er vernichtet das Ego sozusagen und erschafft Neues und transformiert. Und hat aber auch so diesen männlichen, weiblichen Aspekt, also dass es so ein bisschen beides in sich hat. Ist auf jeden Fall sehr interessant.

Da gibt es super, super viel. Ich meine, im Hinduismus gibt es irgendwie 33 Millionen Gottheiten. Deswegen, ja. Und Shiva ist eine davon. Da habe ich mich dann hingesetzt und habe irgendwie so vor dieser Statue gesessen und das war einfach schön. Und dann, als ich rausgegangen bin und auf der Rückfahrt war, das war halt krass, weil ich hatte so einen Zustand, wo ich das Gefühl hatte, ich bin wie neu geboren. Also ich musste dann auch so die … Es klingt komisch, aber ich musste die Autotür anfassen und so immer wieder, weil ich nicht glauben konnte, dass sich so anfühlt irgendwie und die Sitze und ich konnte nicht wirklich sprechen. Und mein Hund, den ich früher noch hatte, ich glaube, der hat das auch irgendwie direkt gemerkt, dass irgendwas war und dieser Zustand hielt, glaube ich, echt so drei Tage an, wo nichts grundsätzlich Negatives war und selbst wenn, ist das irgendwie so abgeprallt, als ob ich komplett unberührt von allem möglichen gewesen wäre.

Und dann ist es aber irgendwann, ich würde das vergleichen, wie wenn man wirklich von so einem High runterkommt, dann schlagartig weggegangen. Und dann kam so dieses Down. Also da gibt es auch Tiefpunkte in der Spiritualität, wo man sich immer wieder hinterfragt, wo man diese höhere Energie immer wieder hinterfragt, sei es jetzt eine Gottheit oder viele sprechen ja auch von dem Hören selbst. Das ist ja für jeden anders. Ich finde schon, Musik ist auch ein sehr großer Teil von Spiritualität, weil ich finde, Musik ist etwas, das kann erinnern. Also es kann Leute an die verschiedensten Dinge erinnern, an die verschiedensten Emotionen. Ich verbinde Musik immer irgendwie mit Essen. Das ist ganz skurril bei mir, dass ich dann immer weiß, okay, das Lied habe ich gehört, als ich Pancakes gegessen habe zum Beispiel. Und das klingt jetzt sehr banal, aber Musik kann eben nicht nur diese Erinnerungen hervorrufen. Ich finde, es kann eben auch Trauma, also sehr zu Trauma-Heilung beitragen.

Zum Beispiel wieder so ein anderer Zustand, auch in der indischen Philosophie, aber in vielen anderen Philosophien, ist diese Kundalini-Energie. Die spürt man quasi von ganz unten am Körper, von den Füßen bis zum Kopf. Und das kann auch sehr plötzlich kommen und ist, glaube ich, auch … Ja, wie soll ich sagen? Das war zum Beispiel, als ich angefangen habe, diese Musik von Bach zu hören, dass ich das hatte, glaube ich auch.Ich weiß nicht, ob ein neurogenes Zittern dir ein Begriff ist. Ähm…

Ich glaub ja.

Ja, also das hatt ich dann für zwei Wochen, dass mein ganzer Körper so wie w-w-wie wenn du richtig viel Stress hattest und dann baut der Körper das ab und dann zitterst du so vor Erleichterung und so. Und das hatt ich, das hatte ich wirklich anhaltend für zwei Wochen.

Und ich war auch super, ähm, ich war auch super empfänglich für alles Mögliche. Ähm, und das ist schon krass. Und ich, ich bin ganz ehrlich, ich bin in manchen Punkten auch skeptisch. (übersprechen 00:00:42) So, also wenn man mir jetzt sagen würde so, ähm, du kannst Kontakt zu dieser und dieser verstorbenen Seele aufnehmen und alles, was du dafür tun musst, ist diese fünf Schritte, so, bin ich halt schon auch so, ja, keine Ahnung, weiß ich nicht, ob das wirklich so klappt, ob das wirklich so funktioniert. Hmm, also ich hab schon so Teile an mir, die relativ realistisch sind. Ähm, und ich, ich glaube, dass so ’ne Balance dazwischen immer ganz gut ist, weil man sollte sich auch nicht zu sehr ausbremsen von solchen Sachen, weil es, ähm, wie ich schon gesagt hab, sehr viele Emotionen freisetzen kann, von denen man noch keine Ahnung hat, so, was da auf einen zukommt. Aber dann wiederum, wenn man’s zu sehr zulässt, dann kippt man irgendwie in so ’ne, in dieses Extrem, äh, dass man völlig, also viel zu sehr überflutet davon ist und auch wieder überfordert ist und die Seele sich dann andere Zufluchten sucht irgendwie. Und, ähm, ich, so dieses Thema, wenn Leute sagen, «Ich bin spirituell, aber ich bin drogensüchtig», zum Beispiel. Ähm, weil sie dann denken so, ja, durch diese Substanzen kann ich das und das schneller erreichen oder wieder erreichen, ohne was anderes dafür zu tun, weil das restliche Leben ist so anstrengend und das weltliche Leben ist so anstrengend und so. Aber ja, genau das ist der Fehler, wenn man dann auch wieder so in dieses Extrem rutscht. So, ich glaub, ’ne Balance ist immer wichtig. Also, ähm, Balance, Selbstvertrauen und Glaube, würde ich sagen, wenn man das so zusammenfassen würde.

Glaubst du, äh, glaubst du an Berufung? Dass, also, dass du so was hast wie, also ich nenn’s Seele, so, in meinem Erfahrungskontext, dass deine Seele ’n Pfad hat und es cool ist, diesen Pfad zu finden und dem zu folgen?

Also ich sag mal so, ich, ich würde mir wünschen, dass ich hundertprozentig daran glauben kann.

Mhm.

Weil ich glaube, das würde vieles einfacher machen. Dann wiederum ist es vielleicht auch ganz gut, dass ich es mir nicht so einfach mache- -weil, ähm, das glaube ich so ist– also es wäre ja langweilig, wenn ich das irgendwie dann alles schon wüsste und sagen würde, jaha, das ist meine Aufgabe und die muss ich jetzt erfüllen.

Ähm, und, ja, okay, aber was ist, wenn da irgendwie noch so andere Dinge mit verborgen sind? Also, ja, zum Beispiel das mit dem Indischen, da hab ich auch gedacht, okay, das ist es, das ist es komplett, das ist es hundertprozentig. Das ist so– alles, was ich jetzt erlebe, ist die Garantie dafür.

Mhm.

Jetzt werde ich eben mit dieser Bach-Sache konfrontiert und merke, okay, ähm, das erinnert dich irgendwie total an deine Kindheit grade wieder zurück. Das erinnert dich daran, dass– also ich, ich hab solche Dinge gebracht, dass ich selber meine Taufe geplant habe und so.

Und also solche Sachen irgendwie, dass, dass ich eben verschiedene Facetten habe und auch verschiedene Glaubensrichtungen und verschiedene Mindsets in mir selber. Ähm, deswegen bin ich so ’n bisschen davon abgerückt, dass ich sag, okay, das ist es jetzt endgültig und das ist jetzt der Sinn von dem Ganzen, weil, ähm-

Es bleibt spannend.

Ja, genau, es bleibt spannend.Es wird nie langweilig.Das ist immer, was ich sage- -was ich als Motto hab.

Aber indisch und Bach, das find ich schon auch ’ne– ich find’s ’ne coole Kombination.

Ja, also-

Mal sehen, was da noch rauskommt.

Ja, auf jeden Fall. Also ich, ich, ich sag mal, ähm, ich arbeite dran.

Ich arbeite dran, dass das, ähm, irgendwann mal Wirklichkeit wird, dass ich das beides irgendwie verbinden kann und dass das Bock macht.

Wir haben uns ja, wir haben uns ja bei, äh, beim Meeting mit Sadhguru getroffen.

Ja.

Äh, ich kannte ihn übrigens vorher nicht. Also ich mein, ich hab gewusst, dass er existiert, aber ich bin ihn zum ersten Mal gesehen und dann auch gleich dich.

Ähm, und vorhin hast du in dem Nebensatz erwähnt, dass du grade eine Art von Hymne für ihn geschrieben hast. Korrekt?

Ja, genau. Also Safe Soil. Ähm, das ist ja voll sein Motto auch, den, den Boden retten und die, die Umwelt dazu. Ähm, weil er ja sagt, wir alle werden wieder zu Erde. Also wir waren Erde, dann sind wir geboren worden und wir werden wieder zu Erde, was man auch in sehr vielen Kulturkreisen, ähm, auf der Welt immer wieder findet. Und, ähm, deswegen müssen wir diese Erde schützen und dieses Leben schützen und, ähm, ja, so einfach Awareness dafür schaffen.

Und, ähm, die– es, es gab ’ne Melodie, die hat schon existiert.Auch zu diesem Safe-Soul-Thema und ich habe dann dazu einen Text auf Englisch und Sanskrit geschrieben, der so ein bisschen das widerspiegelt, dass die Mutter Erde uns trägt alle. Und ich habe ja auch schon mal einen Song gemacht, der heißt Mother. Es geht da auch die Perspektive der Mutter Erde, wie resigniert sie ist heutzutage. So ein bisschen, dass sie mit dem Sohn oder der Tochter schimpft, die irgendwie jahrelang nichts gemacht hat, sich nicht um … Also das ist jetzt eine Analogie, aber sich nicht um einen Job gekümmert hat oder keine Ahnung so und alles bleibt dann an ihr hängen, die ganze Versorgung. Und dass das eine Analogie ist, dass sie dann sagt: „Ich habe euch so viel gegeben, so viele Ressourcen und ihr verschwendet die und ihr macht weiß ich nicht was damit und ich leide darunter. Und das zeige ich euch in Form von Naturkatastrophen zum Beispiel oder so. Und ich finde einfach diesen Ansatz gut, wenn wir uns die Erde an sich kümmern, das Material Erde, den Soil, den Boden, dass so viel wieder ans Licht kommt, an unseren Instinkten, sage ich jetzt mal. Unsere Kultur, die menschliche Kultur vom Homo sapiens besteht daraus oder hat ganz lange daraus bestanden, dass wir eben Ackerboden hatten und den mit allem Möglichen bepflanzt haben. Also dadurch ist unsere Kultur entstanden und diese Naturverbundenheit, die wir eigentlich sehr lange ausgiebig respektiert haben. Und das müsste zurückkommen. Und deswegen, also ich habe mich sehr geehrt gefühlt, dass ich so einen Teil davon sein durfte. Und er macht das ja schon ganz lange, dieses Projekt, aber es ist heutzutage wichtiger denn je, diese Naturverbundenheit wieder hinzukriegen, irgendwie auf der ganzen Welt.

Ja also ich hoffe ganz doll dass wenn der podcast rauskommt dass wir irgendeinen modus sind dass wir das auch mit hier dran hängen können auf vielleicht ein paar ausschnitte aus anderen lieder von dir übrigens mich berührst du auch wenn du in deutsch singst also bei mir das kommt noch mal was ganz anderes rüber ja.

Ja also ich ich hab mich echt schwer getan eine lange zeit über schauen wir mal vielleicht wird das ein bisschen aufgelockert durch die neue emotionalität die ich damit habe aber ich glaube es ist generell immer ganz gut sich breiter aufzustellen wir im team haben auch schon mal diskutiert wie es wäre wenn ich zum beispiel einen französisch indischen song machen würde weil ich auch französisch sprechen kann singen kann und das auch noch mal eine ganz andere ebene ist. Also französischer Pop geht ja auch richtig ab.

Deswegen ja man weiß nie so aber also Erfolg ist nicht nur durch eine Sache messbar da muss man schon mehr machen ja.

Kannst du mir also ich könnte jetzt noch stundenlang mit dir weiterreden ja geht mir.

Auch so also mit dir nicht mit mir selber magst.

Du mit den menschen die uns gerade hören oder die uns auch gerade zuschauen gibt es was was du gern noch mit ihnen teilen möchtest Ah das ist.

Immer diese frage ehm ich Ich weiß ich ich denke nur immer gerne so ein bisschen nach bevor ich ja ich glaube was ich schon sehr oft gesagt habe in verschiedenen interviews was ich aber niemals also womit ich niemals aufhören werde das zu sagen ist es ist super wichtig dass wir alle aufeinander achten dass wir uns gegenseitig zuhören wir müssen nicht alles verstehen was der andere gerade fühlt also wir müssen es nicht punkt für punkt nachvollziehen können aber es zu akzeptieren und gemeinsam so schritte zu gehen als gesellschaft und auch toleranz zu zeigen so also ich glaube es ist wichtig sowohl in der Gesellschaft als auch spirituell, als auch religiös. Es ist wichtig, gerade jetzt heute, dass wir uns nicht spalten lassen sollten durch wen oder was auch immer.

Und die Geschichte hat gezeigt, dass wir ja immer wieder Rückschläge hatten, aber auch immer wieder tolle Momente, wo wir einfach friedlich zusammenleben konnten. Und ich hoffe, dass die Awareness so ist sage ich mal dass diese friedlichen Momente etwas länger noch anhalten es gibt ehm auch in indischen Philosophien so in Hinduismus zum Beispiel auch diese vier Zyklen also Zeitzyklen mhm und nach dieser nach diesen zeitzyklen leben wir jetzt im hektischsten stressigsten Zeitalter was auch durch.Also viel über Machtgefälle getrieben wird. Also dass es Leute gibt, die so sehr weit oben sind und die ganz viel Macht haben und über andere bestimmen können. Und ich glaube, es ist, äh, ja, ganz wichtig, dass wir versuchen, an die guten Seiten in den Menschen zu glauben und nicht alles negativ zu betrachten, weil ich glaube, dann sind wir auf ’nem guten Schritt, dass wir, mm, ja, uns auch selber unsere Fehler eingestehen können und auch sagen können, wir sind gleichwertig. Und dann kommen wir quasi in dieses nächste, in diesen nächsten Zyklus, und zwar wo alles einfach harmonisch ist, so. Und klingt wie ’ne Utopie, aber vielleicht gibt’s das irgendwo in irgendeiner Welt und vielleicht auch dann bald.

Ich möchte dir ganz doll danken.Also mich berührt das zusammenzusitzen mit dir.Also ich– Danke, dass du gekommen bist.

Ja.

Ich weiß, dass du ja auch ziemlich busy bist.Und danke, dass du mich grad, äh, mitgenommen hast in deine, in, in deine Welt.Das ist für mich auch nicht selbstverständlich.

Ja, gerne. Also ich– Es hat mich auch sehr gefreut.

Ich, ähm, fühl mich jetzt auch gerade sehr ruhig und sortiert in meinen Gedanken und ich werd auch, glaub ich, länger über unser Gespräch nachdenken und hoffe, dass das auch so rüberkommt. Und, ähm, ja, dass ich– Ich hab, ich hab sehr viel geredet, ich muss gleich was trinken.

Kriegst, kriegst du sofort.Vielen, vielen Dank.

Gerne.Danke auch.

Sehr cool.Danke.

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